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Das Skalpell

Der Begriff Skalpell leitet sich vom Lateinischen scalpellum "Lanzette zum Aderlass" oder "chirurgisches Schneideinstrument" her. Es ist eine abgewandelte Form des Wortes scalprum "Schnitzmesser", "Meißel" bzw. scalpere "schneiden", "kratzen" oder "ritzen".

 Skalpellgriff mit Klinge Nr. 11Definiert ist ein Skalpell als ein scharfes, meist in der Chirurgie verwendetes Messer zum Ausführen glatter und  sauberer Schnitte in weichem Gewebe. Die heutige Bedeutung hat das Wort seit dem 18. Jahrhundert.

Bereits in den alten Kulturen fanden kleine Messer mit Steinklingen Verwendung im medizinischen Bereich. So  wurden Feuersteinklingen bei Ausgrabungen z. B. in Griechenland, Ägypten und Israel gefunden. Die Römer  verwendeten anfangs Bronze, wandten sich dann aber relativ bald Eisen und dann Stahl zu. Im Laufe der Zeit  entwickelten sich für die unterschiedlichen Verwendungen viele spezielle Klingenformen. Die Griffe wurden ebenfalls  der jeweiligen Verwendung angepasst.

Skalpellgriff mit Klinge Nr. 11 -Draufsicht Nach und nach hat sich das Skalpell zum Einmalinstrument gewandelt. Während vor einigen Jahrzehnten noch einteilige Skalpelle nach der Operation gereinigt, desinfiziert und wieder geschärft werden mussten, hat sich mit dem Aufkommen besserer und kostensparender Fertigungsverfahren die Wechselklinge durchgesetzt. Diese wird mitunter mehrmals während einer Operation durch eine neue ersetzt. Somit ist es möglich, immer eine äußerst scharfe Klinge in genau der richtigen Klingenform zur Hand zu haben. Das ist notwendig, da Skalpellklingen bereits nach wenigen Schnitten an Schärfe verlieren können und kein optimales Schnittbild mehr zeigen, sondern stumpf werden und im schlimmsten Fall sägen oder gar reißen.

Skalpellgriff Zum Einsetzen der Klingen eignen sich Nadelhalter z. B. nach Mayo-Hegar oder Kornzangen. Beim Klingenwechsel mit diesem Instrument ist die Gefahr von Schnittverletzungen und damit einhergehender Infektionen geringer als bei Wechsel von Hand, da die Klinge fest auf dem Griff sitzen soll und unter keinen Umständen wackeln oder gar vom Griff rutschen darf. Zum Abnehmen der Klinge gibt es spezielle Klingenentferner, welche die Klinge von beiden Seiten fassen, die Klinge dann einschließen und mitsamt der Klinge in geeigneten Abwurfbehältern entsorgt werden.

 Klinge Nr. 20 - EinmalklingeEin nächster Schritt ist der Einsatz von Einmalskalpellen, die nach Benutzung im Ganzen entsorgt werden können.

Noch weiter reduziert wird die Schneide- und Infektionsgefahr durch Einmalskalpelle gemäß TRBA250. Bei solchen Skalpellen wird entweder die Klinge nach Benutzung in den Griff zurück geschoben und verriegelt. Alternativ gibt es die Variante, dass nach Benutzung eine Schutzkappe über die Klinge geschoben wird.

Die Hauptverwendung der Skalpelle ist die Chirurgie aller Art. Eine weitere Verwendung ist das Präparieren von Leichen im Studium der Human- und Veterinärmedizin oder die klassische Obduktion selbst. Bei der Präparation von Objekten werden Skalpelle in der Biologie, in der Taxidermie (der Präparation toter Tiere) oder im anspruchsvollen Modellbau eingesetzt. Auch in der manuellen Grafikbearbeitung und Fotomontage war und ist das Skalpell ein wichtiges Werkzeug.

Die Klinge, der entscheidende Teil des Skalpells, existiert in zahllosen Formen, Größen und Materialien.

Beispielhaft sind hier die Klingenformen Nr. 11 und Nr. 20 beschrieben:

Klinge Nr. 11 Form Nr. 11 hingegen hat eine gerade, einseitig geschliffene Schneide und einen fast geraden, leicht nach unten abfallenden Klingenrücken, der in einer 20°-Spitze mündet.

Klinge Nr. 20 Form Nr. 12 ist eine relativ hohe bauchige Klinge mit nach oben gewölbter Schneide. Der Klingenrücken ist im vorderen Drittel leicht nach unten abfallend. Die Klinge mündet in einer ca. 70°- Spitze.

Die Wahl der Klinge ist abhängig vom Material, das geschnitten werden soll und dem Zugang dazu. So werden inzwischen z. B. Präzisionsklingen zur Haartransplantation hergestellt, deren Klingen nur wenige Millimeter groß sind. Andrerseits gibt es z. B. für die Chirurgie im orthopädischen Bereich Klingen, die extra verstärkt sind und höheren Beanspruchungen standhalten.