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Gefäßklemme - Arterienklemme

Definition

Die Gefäßklemme oder Arterienklemme ist eine medizinisches Instrument, das dem Fassen, Halten und Abklemmen eines (blutenden) Gefäßes dient. Die primäre Blutung aus dem Gefäß wird unterbunden und es können weitere Handlungen, z.B. eine Ligatur oder eine Naht, durchgeführt werden.

Anwendung

Die Mäuler greifen das Gefäß von beiden Seiten und drücken es fest zu. Durch das Fassen des Gefäßes wird die Blutung aus dem Gefäß unterbunden und es können weitere Handlungen, z.B. eine Ligatur, eine Durchstechung oder eine Verbindung, durchgeführt werden.

Aufbau

Vom Aufbau her ähneln Gefäßklemmen chirurgischen Scheren und Kornzangen. Sie weisen die typischen runden Grifflöcher und die Sperre mit Rastung auf. Am vorderen Ende jedoch liegen zwei flache Mäuler anstatt der Schnittflächen. Diese Mäuler sind meist geriffelt, um ein Abrutschen des gegriffenen Gefäßes zu vermeiden. Am Blattende ist die Gefäßklemme gezähnt oder stumpf.

Die Mäuler und Griffe werden gerade, gewinkelt oder gebogen gefertigt. Je nach Anwendungsgebiet gibt es Klemmen, deren Griff gebogen ist, während direkt hinter dem Gelenk ein Knick liegt und dahinter noch eine Biegung folgen kann.

 Gefäßklemmen werden aus rostfreiem Edelstahl hergestellt und sind autoklavierbar und sterilisierbar. Meist sind Gefäßklemmen matt, um unter dem Schein der hellen OP-Leuchten ein Blenden des Operateurs zu verhindern.

Ausführungen

Im Laufe der Zeit wurden viele verschiedene Klemmen für den jeweiligen Einsatz entwickelt. Es gibt gerade, gewinkelte oder gebogene, stumpfe oder gezähnte, federnde oder nicht federnde Klemmen. Die Klemmen sind meist nach Ihren Entwicklern oder Erfindern benannt. Die bekanntesten Modelle sind:

  • die Péan-Klemme
    ist eine an den Blättern geriffelte Gefäßklemme ohne Zähne an der Spitze. Benannt nach dem französischen Chirurgen Jules Émile Péan (*11/1830 - †01/1898)
  • die Kocher-Klemme
    ist eine traumatische Klemme, die Ende des 19. Jh. vom Schweizer Chirurg Emil Theodor Kocher (*08/1841 - †07/1917) erfunden wurde. Am Ende der Blätter sitzen 1:2 Zähne. Damit lässt sich robusteres Gewebe, wie Haut oder Muskelfasern fassen und halten. An durchtrennten Muskelfaser verhindert der Druck ein Weiterbluten verletzter Kapillargefäße. Bei Nerven, Lunge, Leber oder anderem drucksensiblen Gewebe wird diese Klemme nicht eingesetzt.
  • die Halsted-(Mosquito)-Klemme
    benannt nach dem US-Amerikaner William Steward Halsted (*09/1852 - †09/1922) ist gerade oder gebogen. Besonders an dieser Klemme sind die geriffelten kurzen Blattenden, welche mit oder ohne Zähne gebaut werden.

Sonderausführungen

Daneben existiert noch eine Vielzahl an Spezialausführungen
Beispielsweise sei hier die "Rettungsklemme" genannt. Es handelt sich um eine abgeänderte Péan-Klemme, bei der ein Griffring in Form eines Hakens geöffnet ist. Damit kann bei einem Unfall beispielsweise eine Infusion gegriffen werden und an einem geeigneten Punkt oberhalb des Patienten aufgehängt werden. Zum Beispiel an einem Türgriff oder an einer Autotür. Je nach Situation kann die Rettungsklemme auch oberhalb des Patienten festgeklemmt werden und der Infusionsbeutel am Hakengriff eingehängt werden. Die ursprüngliche Verwendung der Klemme als rein chirurgisches Instrument wurde durch die Umwandlung des Griffes zu einem vielseitigen Klemm- und Haltewerkzeug erweitert

Nicht ungenannt bleiben sollen die Klemmen nach Michael Ellis DeBakey (auch De Bakey, *09/1908 - †07/2008), die über die ganze Maullänge eine Zahnung aufweisen, welche das gefasste Gefäß faltet. Es wird weniger Druck zum Halten benötigt und somit entstehen weniger Traumata am gehaltenen Gewebe. DeBakey-Klemmen gibt es gerade, gewinkelt oder (mehrfach) gebogen und in verschiedenen Längen.